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Das
Ei, Symbol des Lebens und der Fruchtbarkeit, spielt eine zentrale
Rolle in fast allen Kulturen. In ägyptischen Gräbern wurden
Toneier gefunden ( 2000 – 500 v. Chr. ). Aus Griechenland stammen
ebenfalls Eier aus Ton sowie Reste bemalter Hühnereier ( 500
– 200 v. Chr. ). In einem römisch-germanischen Grab in
Worms wurden die ältesten dekorierten Gänseeier aus dem
frühen 4. Jahrhundert n. Chr. entdeckt. Fragmente befinden sich
im Wormser Stadtmuseum. Geweihte, vorwiegend rot gefärbte Eier,
( Blut Jesu symbolisierend ) wurden seit dem 12. Jahrhundert in West-
und Mitteleuropa verschenkt. In Osteuropa war das goldfarbene Ei weit
verbreitet. Das bemalte oder kunstvoll verzierte Ei wurde so im Laufe
der Zeit das Ostersymbol schlechthin. Von Land zu Land entwickelte
sich eine unterschiedliche Art Eier zu verzieren.
In Russland des 18. Jahrhunderts beispielsweise fertigte der französische
Goldschmied Fabergé für den Zaren Alexander III. sehr wertvolle
Eier an. Diese Kleinodien wurden aus Gold, Silber, Email und Juwelen
hergestellt. Die Fabergé-Eier, überaus wertvolle Sammlerstücke,
befinden sich in Museen und in Privatbesitz. Die Russen verstanden
es, Holzeier mit religiösen Motiven in der Art der Ikonenmalerei
zu verzieren. Batikeier aus Rumänien, Kratzeier aus Polen, Tschechien
und der Slowakei, Metallapplikationen aus Ungarn, Porzellaneier aus
Limoges in Frankreich, Email-Eier aus Österreich und England,
Glaseier aus Murano in Italien, Cloisonné und geschnitzte Eier aus
China zeigen die Vielfalt und die Verbreitung der Verziertechniken.
Das Ei steht im Mittelpunkt der Internationalen Ostereiermärkte
in Schwetzingen und Mannheim.
Künstler aus vielen Ländern Europas zeigen in Vollendung,
auf vielfältige Art und Weise, die Gestaltung des Eies. Keines
gleicht dem anderen. Verzierte Hühner-, Gänse-, Enten-,
und die großen Straußeneier, aber auch kleinste Wellensitticheier,
sind gefragte Sammelobjekte. Techniken wie ausgefräste Eier,
mit Scherenschnitten beklebte Eier, Ätz- und Gravurtechniken,
winzige Perlenapplikationen, Batikeier, Collagen aus Stickereien,
Spitzen und Gräsern, Motiveier mit Temperafarben, Ölfarben
oder Aquarellfarben bemalt, Tuschezeichnungen u.s.w. werden vom interessierten
Publikum bewundert und begehrt. Während der Ostereiermärkte
kann man einigen Künstlern bei ihrer Arbeit zuschauen. Sie geben
auch gerne Ratschläge zur eigenen, kreativen Gestaltung schöner
Eier. |
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